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Wann ist es Zeit, die Fußbodenheizung zu spülen

Typische Anzeichen und Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Reinigung

Ihre Fußbodenheizung sorgt für angenehme Wärme und ein behagliches Raumklima – doch mit der Zeit kann sich ihre Leistung verschlechtern. Gluckernde Geräusche, kalte Stellen oder ein erhöhter Energieverbrauch sind typische Anzeichen dafür, dass sich Ablagerungen in den Leitungen gebildet haben. Die Lösung? Eine gründliche Spülung! Doch wie oft sollte die Fußbodenheizung gereinigt werden? Und kann man das selbst erledigen? In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass es Zeit für das Spülen ist, welche Vorteile sie bringt und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um Ihre Heizung wieder in Bestform zu bringen.

Welchen Zweck verfolgt das Spülen der Fußbodenheizung?

Mit der Zeit können sich in den Leitungen einer Fußbodenheizung Schmutzpartikel und Ablagerungen ansammeln, die den Wasserfluss behindern und die Effizienz der Anlage mindern. Das Spülen sorgt dafür, dass die Heizleistung erhalten bleibt und unnötiger Energieverbrauch vermieden wird. Die folgenden drei Gründe bzw. Anzeichen erklären, wann und warum das Durchspülen erforderlich bzw. sinnvoll sein kann.

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Geräusche minimieren

Immer wieder kommt es vor, dass das Fußbodenheizsystem im Betrieb pfeift, gluckert oder andere ungewohnte Geräusche von sich gibt. Sowohl als regelmäßige Begleiterscheinung als auch als temporäre Erscheinung ist diese Geräuschentwicklung möglich. Ursache kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine verschlammte Fußbodenheizung sein. Tritt Sauerstoff in das System ein, können sich Bestandteile des Wassers damit verbinden und in Form von Feststoffen ausfallen. Diese lagern sich zunächst als Partikel, später als Schlamm in den Leitungen ab. Durch die Ablagerungen wird der Leitungsquerschnitt der Heizrohre verringert. An den Übergangsstellen von verengtem und normalem Querschnitt treten bei der Durchströmung des Heizungswassers Turbulenzen auf, die zum deutlich wahrnehmbaren Glucksen führen können. Zudem kann die ins System gelangte Luft selbst in Blasenform durch die Leitungen wandern und das bekannte Gluckern hervorrufen.

Leistungsfähigkeit wiederherstellen

Mit der Verminderung des Leitungsquerschnitts geht auf Dauer, also bei zu starker Querschnittseinschränkung, auch eine Reduzierung der Durchflussmenge einher. Weniger Heizwasser bedeutet faktisch auch weniger Heizwärme am Fußboden und damit letztlich eine geringere Heizleistung. Ohne regelmäßiges Spülen können ganze Heizkreise ausfallen oder zumindest in ihrer Leitungsfähigkeit herabgesetzt werden.

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Den Energieverbrauch senken

Weniger Leistung des Systems bedeutet mehr Leistungsbedarf, um die geringere Wärmeabgabe auszugleichen. Die Folge ist eine höhere Arbeitsleistung der Heizung für denselben Output und damit ein steigender Energieverbrauch. Spürbar wird das neben einem erhöhten Verschleiß der Anlage vor allem an steigenden Heizkosten. Kein Wunder, dass das Reinigen in jeder Anleitung zur Energieeinsparung mit an erster Stelle steht – unabhängig vom Heizsystem. Denn nur eine saubere Anlage kann ihre volle Leistung erbringen und effizient arbeiten.

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Wie oft die Fußbodenheizung spülen?

Die Häufigkeit, mit der eine Fußbodenheizung gespült werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Alter und der Bauweise des Systems. Moderne Anlagen mit Kunststoff- oder Verbundrohren sind nahezu sauerstoffdicht, wodurch Korrosion und Schlammbildung minimiert werden. Hier reicht es in der Regel aus, die Fußbodenheizung etwa alle fünf Jahre zu spülen. Ältere Systeme oder solche mit nicht sauerstoffdichten Rohrsystemen neigen dagegen eher zu Ablagerungen, weshalb eine Reinigung bereits alle zwei bis fünf Jahre sinnvoll sein kann. Unabhängig vom Alter des Systems sollten gluckernde Geräusche, eine ungleichmäßige Wärmeverteilung oder verlängerte Aufheizzeiten als Anzeichen für eine notwendige Heizungsspülung ernst genommen werden. Eine regelmäßige Wartung durch Fachpersonal hilft zudem, den optimalen Zeitpunkt für eine Reinigung zu bestimmen und die Heizung langfristig effizient zu halten.

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Ist das Spülen der Fußbodenheizung im DIY-Verfahren möglich?

Ja, das ist möglich – aber nur, wenn Sie sich mit der Technik vertraut fühlen und sicher in der Umsetzung sind. Die einzelnen Schritte sind einfach und mit etwas handwerklichem Geschick gut durchführbar. In vielen Fällen reicht eine eigenständige Heizungsspülung bereits aus, um die Heizleistung zu verbessern. Dennoch kann es Situationen geben, in denen ein Fachbetrieb notwendig ist, etwa bei stark verschlammten Anlagen oder komplexen Heizsystemen. Wer unsicher ist, sollte die Reinigung lieber einem Profi überlassen, um Schäden zu vermeiden und die volle Funktion der Anlage sicherzustellen.

Die Fußbodenheizung spülen – eine Schritt-für-Schritt Anleitung

Mit der folgenden Anleitung können Sie Ihre Fußbodenheizung ganz einfach selbst spülen. Folgen Sie den einzelnen Schritten, um Ablagerungen zu entfernen und die volle Heizleistung wiederherzustellen. So bleibt Ihr System effizient und sorgt für angenehme Wärme in Ihrem Zuhause.

Schritt 1 – Die Heizkreise trennen

Spülen Sie die Fußbodenheizung immer Heizkreis für Heizkreis, da jede Leitung als geschlossene Schleife verläuft und zum Heizkreisverteiler zurückführt. Eine feinere Unterteilung ist nicht möglich. Beginnen Sie mit dem ersten Heizkreis, den Sie reinigen möchten, und trennen Sie ihn vom restlichen System. Schließen Sie dazu die Vor- und Rücklaufventile am Heizkreisverteiler. Damit ist der Heizkreis für das Durchspülen vorbereitet.

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Schritt 2 – Die Spülleitungen anschließen

Nun schließen Sie die Spülleitungen an den abgetrennten Heizkreis an. Achten Sie darauf, dass die Schläuche auf der Seite des Heizkreises angeschlossen werden, an der die Vor- und Rücklaufventile bereits geschlossen sind – nur so kann die Spülung richtig funktionieren.

Es gibt zwei Anschlüsse:

  • Den ersten Schlauch verbinden Sie am Zulauf des Heizkreises und schließen ihn an einen Wasserhahn oder einen Spülkompressor an. Ein Kompressor aus dem Fachhandel sorgt für mehr Wasserdruck und verbessert die Reinigungswirkung.
  • Den zweiten Schlauch befestigen Sie am Rücklauf des Heizkreises und leiten ihn in einen geeigneten Ablauf, beispielsweise in ein Waschbecken oder eine Badewanne.

Sobald die Schläuche richtig angeschlossen sind, ist der Heizkreis bereit für die Spülung.

Schritt 3 – Der Spülvorgang

Für das Durchspülen nehmen Sie nun den Kompressor in Betrieb oder öffnen Sie einfach den Wasserhahn. Beobachten Sie den am Rücklauf angebrachten Schlauch und achten Sie auf Luftblasen und Schmutz. Ist beides nicht mehr erkennbar, war das Durchspülen erfolgreich und Sie können den Spülvorgang beenden.

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Schritt 4 – Wieder befüllen und in Betrieb nehmen

Nach dem Spülen müssen Sie den Heizkreis wieder mit geeignetem Heizungswasser befüllen. Verwenden Sie hierfür aufbereitetes, enthärtetes oder entsalztes Wasser gemäß den Vorgaben der VDI 2035-Richtlinie oder den Empfehlungen des Herstellers. Die richtige Wasserqualität verhindert Kalkablagerungen, Korrosion und Schlammbildung, die die Effizienz der Fußbodenheizung beeinträchtigen können. Befüllen Sie den Heizkreis langsam, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Schließen Sie anschließend den Wasserzulauf vollständig. Entfernen Sie erst dann die angeschlossenen Schläuche und öffnen Sie vorsichtig die Vor- und Rücklaufventile. Kontrollieren Sie, ob sich Luft in den Leitungen befindet, und entlüften Sie den Heizkreis bei Bedarf.

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So einfach lässt sich die Fußbodenheizung spülen

Jede Anleitung endet mit einer Erfolgskontrolle. Nehmen Sie deshalb nach dem Spülen das Fußbodenheizsystem wieder in Betrieb und kontrollieren Sie, ob die auslösenden Anzeiger, als Geräusche und Leistungsverlust, behoben sind. Werden alle Flächen gleichmäßig warm? Funktioniert die Anlage in gewohnt geräuscharmer Form? Wenn ja, war die Arbeit erfolgreich und kann als beendet betrachtet werden. Treten nach wie vor Geräusche oder leistungsärmere Bereiche auf, sollte der Prozess wiederholt und gegebenenfalls ein Fachmann zur Beseitigung anderer Ursachen hinzugezogen werden.